5. Nutzen des Projektes


4. Neue Gewässerlandschaften

  (19.05.2014)
Die ökologisch ausgerichtete Gestaltung der Gewässer des Marchfeldkanal-Systems war eine Pionierleistung beim Aufbau des Marchfeldkanal-Systems. Heute bilden die Gewässer einen durchgängigen Biotopverbund mit einer Gesamtlänge von fast 100 km und einer Gewässerfläche von 330 ha. Die Fließgewässer entsprechen heute weitgehend dem Gewässerleitbild der Region. Die unterschiedlichen Gewässerstrukturen mit Tief- und Flachwasserbereichen, Aufweitungen und Seitenarmen, Steil- und Flachuferzonen schaffen Dynamik und geben vielen Pflanzen- und Tierarten neuen Lebensraum.

Der Wechsel von Gehölzstandorten und offenen Wiesenflächen an den Ufern hat eine besonders artenreiche Tier- und Pflanzengesellschaft aufkommen lassen. Die dominierenden Bäume sind Pionierarten wie Pappeln, Weiden und Birken. Im oberen Uferbereich wurden zahlreiche Straucharten gepflanzt um die Böschung rasch zu befestigen. Typisch sind roter und gelber Hartriegel, wolliger und gewöhnlicher Schneeball, Liguster, Schlehdorn und Weißdorn sowie Heckenrose und Heckenkirsche. Auf den offenen Wiesenflächen hat sich eine vielfältige Gräser- und Kräutergesellschaft entwickelt.

Ein besonders interessantes Biotop stellt die Wasserzone dar: In den seichten Gewässerbereichen haben sich Sumpf- und Röhrichtpflanzen mit Beständen von Schilf, Rohrglanzgras, Rohrkolben, Simsen gebildet. Besonders auffällig sind Sumpfschwertlilie, Blutweiderich und Schwanenblumen aufgrund ihrer Wuchsformen und ihrer leuchtenden Blüten. An einzelnen Tümpeln und Buchten haben Amphibien, die sich vor allem in der Paarungszeit lautstark bemerkbar machen, einen neuen Lebensraum gefunden. Weniger spektakulär aber wichtig für die Wassergüte sind die – meist untergetauchten - Wasser pflanzen in den tieferen Zonen. Über 50 Fischarten werden in dieser Zone vorgefunden. Die Uferstrukturen werden heute bereits auch von den zugewanderten Bibern und dem durch ihre Fraßtätigkeit anfallenden Totholz mitbestimmt.

Entlang der Gewässer sind ideale Brutbiotope für viele Vogelarten wie Nachtigallen, Neuntöter, Zwergdommeln, Schilfrohrsänger aber auch für typische Wasservögel wie Stockenten, Zwergtaucher, Bläss- und Teichhühner, Eisvögel sowie Grau- und Silberreiher entstanden.

Die Vielfalt der Standorte und der Lebensräume an den Gewässern des Marchfeldkanal-Systems hat so im Laufe der Jahre einen enormen Artenreichtum hervorgebracht.


 
Reiche Strukturen und eine enorme Vielfalt an Lebensräumen.
Reiche Strukturen und eine enorme Vielfalt an Lebensräumen.