Verhalten des Grundwassers

Das Grundwasservolumen im Marchfeld unterliegt permanenten Veränderungen. Zuwächse – und damit Grundwasserspiegelanstiege – sind immer dann zu verzeichnen, wenn Nieder-schläge versickern. Dieser Fall tritt meist im Winterhalbjahr ein.

Dabei können durchaus Grundwasserspiegelanstiege von über einem Meter innerhalb kurzer Zeit auftreten.


Beispiel für den Zusammenhang Niederschlag - Grundwasser.
Beispiel für den Zusammenhang Niederschlag - Grundwasser (Ausschnitt 2009).
 

In der Vegetationsperiode wird dagegen der Großteil des Niederschlagswassers von den Kulturpflanzen aufgenommen bzw. gleich wieder verdunstet. Entnahmen für die landwirtschaftliche Bewässerung – in den meisten Jahren eine unverzichtbare Voraussetzung für das Pflanzenwachstum – sowie die Versorgung von Kommunen und Industrie mit Trink- und Brauchwasser führen zu teilweise erheblichen Grundwasserrückgängen. Bis zu 65 Mio. m³ Grundwasser werden jährlich aus dem Untergrund gepumpt. Beobachtungen zeigen, dass das Grundwasserniveau innerhalb eines Jahres bis zu einen Meter absinken kann.

Langfristig zeigen die meisten Grundwasserpegel sinkende Tendenz, wenn auch durch niederschlagsreichere Perioden unterbrochen. Die zeitweise dramatische Übernutzung führte in der Vergangenheit zu derart starken Absenkungen des Grundwasserspiegels, dass die Grundwassernutzung in der geübten Praxis überhaupt in Frage gestellt wurde. In Zukunft könnten Auswirkungen des Klimawandels neue Probleme verursachen.

Bis in die 1970er Jahre waren durchgehend (aus heutiger Sicht) hohe Grundwasserstände typisch für das Marchfeld. Periodische Vernässungen von Geländetieflagen gehörten daher zum typischen Erscheinungsbild der Region.

Ab 1970 führten trockene Jahre zu einer Intensivierung der Grundwasserentnahme für die landwirtschaftliche Beregnung; ein deutliches Absinken der Grundwasserstände um über 2 m war die Folge.

Nach der Periode mit tiefen Grundwasserständen Anfang der 1990er Jahre hat der extrem schnee- und regenreiche Winter 1995/1996 innerhalb weniger Wochen zu einem plötzlichen Anstieg des Grundwassers von rund 1 m geführt und damit das Grundwasserniveau in der gesamten Region gehoben.

Die darauf folgenden Jahre bis Mitte 2007 zeigen wieder das typische Schwankungsbild. Die niederschlagsreichen Jahre 2006 bis 2010 haben zu einer sukzessiven Hebung des Grund-wasserspiegels geführt. Trockenperioden – und damit erhöhter Bewässerungsbedarf – haben dagegen den Grundwasserspiegel in den Jahren 2011 und 2012 wieder deutlich absinken lassen.


Entwicklung des Grundwasserspiegels im zentralen Marchfeld.
Entwicklung des Grundwasserspiegels im zentralen Marchfeld zwischen 1940 und 2012 (Messstation Deutsch-Wagram).