KleinWasserKraftWerk Wehr4

"Öko-Wasserkraftwerk entsteht mitten im Marchfeld"

Auf den ersten Blick scheint der Marchfeldkanal für die Wasserkraftnutzung wenig geeignet zu sein: das Gefälle liegt nur bei 0,22 Promille und ein wesentlicher Aufstau ist entlang dem naturnahe gestalteten Gewässer nicht möglich. Eine österreichische Erfindung wird die Stromgewinnung unter diesen Verhältnissen dennoch möglich machen.

Am 9. Dezember hat LR Dipl. Ing. Josef Plank den Spatenstich für die Errichtung dieses völlig neuen Wasserkraftsystems vorgenommen. Der Prototyp wird am Marchfeldkanal im Gemeindegebiet von Deutsch-Wagram errichtet. Das Besondere an diesem neuartigen System ist die bauliche Trennung von Turbine und Generator wobei deren Verbindung durch eine "hydraulische Kupplung" vorgenommen wird. Durch diese Trennung ist das neue Kraftwerkssystem besonders umweltfreundlich und kann auch bei niedrigen Fallhöhen eingesetzt werden. Die komplette elektrische Anlage kann außerhalb der Wasserströmung installiert werden, was eine wesentliche Steigerung der Betriebs- und Funktionssicherheit zur Folge hat.

Beim Spatenstich waren u.a. anwesend: Bgm. Herbert Nowohradsky, Labg. a.D. Hans Muzik, Bgm. Fritz Quirgst und Vzbg. Amrita Enzinger, von der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram, ÖKRat Bernhard Wolfram als Vorsitzender des Kuratoriums der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal, Bgm. Chromecek, als Patentinhaber Dir. Dipl.-Ing. Helmut Federspiel, Projektleiter Dipl.-Ing. Reinhard Steiner sowie Vertreter der beteiligten Firmen.

LR Plank betonte, dass sich mit dieser neuartigen Anlage hervorragende Möglichkeiten ergeben, die Wasserkraft ohne Beeinträchtigung der Gewässerfauna zu nutzen. Damit können auch in vielen anderen Anwendungsfällen die strengen ökologischen Auflagen und die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erfüllt werden.

Am Marchfeldkanal wird die bereits seit Anbeginn bestehende 2 m hohe Schwelle am Wehr 4 für die Stromerzeugung genutzt. Besonders erfreulich ist, dass durch diese Anlage die hervorragende Entwicklung der Fischfauna nicht nachteilig beeinflusst wird.

Spatenstich KleinWasserKraftWerk

Landesrat Dipl.-Ing. Josef Plank

Dipl. Ing. Helmut Federspiel

Dipl. Ing. Reinhard Steiner

Spatenstich KleinWasserKraftWerk Wehr 4
Die gesamte bestehende Wehranlage samt Fischaufstieg kann ohne bauliche Eingriffe weiter verwendet und betrieben werden. Die Anlage wird eine Leistung von ca. 90 kW und eine Jahres-Energieerzeugung von 600.000 kWh aufweisen. Umgerechnet bedeutet das die Deckung des Bedarfs von rd. 200 Haushalten. Das Kleinwasserkraftwerk wird für die Eigenenergieversorgung verwendet; Stromüberschüsse werden in das Landesnetz eingespeist.

Aufgrund des innovativen Ansatzes wird das Kleinwasserkraftwerk vom BMVIT, dem FFG (Forschungs-Förderungs-Gesellschaft) und vom Land Niederösterreich gefördert.