Wirkung Neue Lebensräume an den Gewässern

GWVorräte I Revitalisierung I Lebensräume I Wassergüte I Wasserentnahme I HWSchutz I Erholung I
Mit den naturnahen Gestaltungsmaßnahmen am Marchfeldkanal-System konnten im Verschwinden begriffene naturnahe Lebensräume und Populationen zurückgeholt und in Teilbereichen erhalten werden. Im Laufe der ersten Jahre fanden sich zahlreiche zum Teil sehr seltene Tier- und Pflanzenarten ein. Viele Arten werden als typische Pioniere wohl bald wieder verschwinden, einige können jedoch für längere Dauer am Marchfeldkanal-System einen passenden Lebensraum finden.
 
  Wiese mit lockerem Gehölzbestand
  Dichter Gehölzbestand
  Seichtwasserzonen und feuchte Ufer
  Fließwasserbereiche
Fließwasserbereiche
sind mit submersen (untergetauchten) Wasserpflanzen bewachsene oder weitgehend vegetationsfreie Tiefwasserbereiche (Wassertiefe >50cm). Submerse Wasserpflanzen sind dem Leben im Wasser völlig angepasst. Sie benötigen weniger Festigungsgewebe als an Land lebende Pflanzen, denn sie werden durch ein spezielles Luftgewebe, das den Auftrieb im Wasser erhöht, aufrecht gehalten. Die im Wasser gelösten Nährstoffe werden nicht mehr über die Wurzeln aufgenommen, sondern über die gesamte Pflanze. Im Marchfeldkanalsystem finden sich submerse Wasserpflanzen vor allem im Bereich der Fischaufstiege, wo Fließgeschwindigkeit und Wassertiefe abnehmen. Hier dominieren Wasserpest, Tausendblatt und Hornblatt. In einem mit dem Marchfeldkanal in Verbindung stehenden Stillwasserbereich findet sich ein kleiner Bestand von Krebsschere. Speziell im Unterlauf des Stempfelbaches mit dem hier einziehenden kühlen Grundwasserzustrom finden sich noch Arten wie Groenlandia densa, die speziell in Gewässern mit Grundwasserzuzug vorkommt. Der Tiefwasserbereich des Marchfeldkanalsystemes hat den Charakter eines kleinen Tieflandflusses, der stark von seinem Donauzufluß geprägt wird. Über 30 Fischarten wurden hier und im Uferbereich beobachtet. Von besonderem Interesse sind beispielsweise die Wehrkolke mit ihrem turbulenten Wasser als Lebensraum für den Streber, einen kleinen Donaubarsch, der mit verstärkter Donauregulierung immer seltener wird. Auch andere Raritäten unter den Fischen, etwa Steinbeisser, Schlammpeitzger, Steingressling und Zingel, sind im Marchfeldkanal heimisch.