Wirkung Erhaltung und Erneuerung der Grundwasservorräte

GWVorräte I Revitalisierung I Lebensräume I Wassergüte I Wasserentnahme I HWSchutz I Erholung I
Ein wesentliches Instrument zur nachhaltigen Sicherung des Grundwasservorkommens im Marchfeld ist die Grundwasseranreicherung. Sie ermöglicht die Grundwasserbewirtschaftung durch gezielten Ausgleich von Defiziten in Phasen niedriger Grundwasserstände. Auf diese Weise kann eine Beschränkung von Grundwassernutzungen in Phasen der Grundwasserknappheit vermieden werden.

Bei der (künstlichen) Grundwasseranreicherung wird Oberflächenwasser über eigens dafür errichtete Anlagen zur Versickerung gebracht. Die regionale Verteilung des Wassers erfolgt über den Grundwasserleiter.

Über die Gerinne des Marchfeldkanalsystems wird Donauwasser in das zentrale Marchfeld geleitet und an drei Versickerungsstandorten in den Untergrund infiltriert. Die Festlegung dieser Anlagenstandorte erfolgte unter Berücksichtigung des maßgeblichen Grundwasserabsenkungsgebiets, der hydrogeologischen Verhältnisse, vorhandener Raumnutzungen sowie der Verfügbarkeit von Oberflächenwasser. Die konsensgemäße jährliche Gesamtversickerungsmenge der Anlagen Stallingerfeld, Rußbach-Mühlbach und Speltengarten beträgt ca. 7 Mio. m³, die maximale Versickerungsleistung liegt bei 340 l/s.
Standorte der Versickerungsanlagen
Als wesentliche Rahmenbedingung für die Grundwasseranreicherung ist die Qualität des Versickerungswassers zu betrachten, wobei die geforderte Trinkwasserqualität einen hohen Anspruch darstellt.

Das Donauwasser ist grundsätzlich durch eine sehr gute Qualität gekennzeichnet, weist jedoch - typischerweise für Oberflächengewässer dieser Art - einen für die Infiltration unerwünscht hohen Schwebstoffgehalt auf. Durch einfache Behandlungsschritte im Zuge der Grundwasseranreicherung (Sedimentation, Filtration) wird der Schwebstoffanteil erheblich verringert, so dass die für die Infiltration geforderte Qualität erreicht wird. Damit verbunden ist auch die Reduktion an schwebstoffgebundenen Stoffen wie z.B. Bakterien.

Treten im Oberflächenwasser besonders hohe Schwebstoffkonzentrationen (Hochwasserführung in der Donau bzw. im Rußbachoberlauf) oder Verunreinigungen im Zuge von Unfällen auf, wird der Betrieb der jeweiligen Grundwasser-anreicherungsanlage unterbrochen.