Wasserwirtschaftliche Probleme im Marchfeld

"Unzureichende (Grund)Wasserqualität"
Trinkwasserversorgung
Kommunen, Landwirtschaft sowie Industrie und Gewerbe decken ihren Wasserbedarf durch das Grundwasser ab. Die qualitativ höchsten Ansprüche hat die Trinkwasserversorgung von rd. 60.000 Einwohnern in der Region. Aufgrund hoher Nitratgehalte, vor allem im zentralen Marchfeld, steigen seit etlichen Jahren Gemeinden tendenziell von Einzel- und kommunaler Versorgung auf zentrale Wasserversorgungen um.
Trinkwasserversorgung aus dem Grundwasser
Nitrat im Grundwasser
Der Grundwasserkörper wird zwar durch eine mächtige Bodendeckschicht vor Verunreinigung geschützt, dies gilt aber nicht für leicht wasserlösliche Stoffe wie Nitrat. Das Nitrat gelangt aus dem Boden in das Grundwasser wenn es nach Niederschlägen zur Sickerwasserbildung kommt. Diese Auswaschung ist unerwünscht, da damit der unverzichtbare Wertstoff Nitrat im Boden zum Schadstoff Nitrat im Grundwasser wird. Das Nitrat verbleibt, einmal ins Grundwasser gelangt, hier weitgehend unverändert über lange Zeiträume. Die Senkung des Trinkwasser-Grenzwertes für Nitrat von 100 mg/l auf 50 mg/l im Jahr 1994 hat dazu geführt, dass vieler Orts die rechtliche Vorgabe: Grundwasser = Trinkwasser, nicht mehr eingehalten werden kann.
Nitrat im Grundwasser (eigene Bearbeitung)
Schutzinstrumente
Rechtliche Grundvoraussetzung ist nach wie vor der Schutz des Grundwassers durch Jedermann und die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung. Die Wasserwirtschaftliche Rahmenverfügung für das Marchfeld räumt darüber hinaus der Trinkwassernutzung und der landwirtschaftlichen Nutzung des Grundwassers eine gesetzlich verankerte Vorrangstellung ein. Teile des Marchfeldes unterliegen der Schongebietsverordnung Marchfeld zur Sicherung der Trinkwasserversorgung aus dem Grundwasser Im Rahmen der ÖPUL-Programme wird ein "Aktionsplan für den vorsorgenden Gewässerschutz" in besonders gefährdeten Gebieten des Marchfeldes umgesetzt. Die Landwirte können dabei zunächst auf freiwilliger Basis gegen finanzielle Abgeltung Bewirtschaftungsformen zur Reduktion des Nitrateintrages in das Grundwasser wählen.
Grundwasser-Schutzgebiete im Marchfeld (Quelle: Amt der NÖ Landesregierung, Abt. WA2, Wasserwirtschaft)
Chance Marchfeldkanalprojekt
Mit dem Marchfeldkanal wird qualitativ hervorragendes Donauwasser in die Region gebracht. Die Nitratgehalte des Donauwassers sind niedrig und liegen im Bereich von 10 mg/l NO3.