Wasserwirtschaftliche Probleme im Marchfeld

"Versteppung"
Das Marchfeld birgt mit rund 1,4 Milliarden m³ Wasser eines der größten Grundwasservorkommen Österreichs. Dieses unterliegt einer ständigen Veränderung durch Grundwassererneuerung und -verminderung. Die Grundwassererneuerung erfolgt überwiegend durch Neubildung aus Niederschlägen sowie durch unterirdische Zuflüsse von der Donau und dem Weinviertler Hügelland. Die mittlere jährliche Niederschlagssumme im Marchfeld beträgt nur ca. 500 mm. Aufgrund von Verdunstungsvorgängen und Rückhalt durch die Vegetationsdecke tragen jedoch nur 5 bis 10% des Niederschlags zur Grundwasserneubildung bei. Zur Grundwasserverminderung führen Grundwasserentnahmen (Landwirtschaft, Industrie- und Gewerbe, Trinkwasserversorgung) sowie das Abfließen zu den Marchfeldbächen bzw. zu Donau und March.
Jahresniederschlagssumme Deutsch Wagram 1946-2004
Grundwasserbilanz Marchfeld
Grundwasserdefizit
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird das bis dahin weitgehend natürliche Schwankungsverhalten des Grundwassers immer deutlicher durch die Intensivierung der Bewässerungstätigkeit sowie vermehrte Grundwasserentnahmen von Gewerbe und Industrie geprägt. Die Wasserhaushaltskomponenten mit der größten Variabilität sind die Grundwasserneubildung aus Niederschlag und die Bewässerungsentnahmen. In längeren niederschlagsarmen Perioden hat die Überlagerung von geringer Neubildung und verstärkter Bewässerungstätigkeit ein Absinken des Grundwasserniveaus zur Folge, das - gemessen an den bisherigen Verhältnissen - zu durchschnittlichen jährlichen Grundwasserdefiziten von 5 bis 10 Mio. m³ führte. Fallweise unterbrechen niederschlagsreiche Perioden aber auch diese Entwicklung und führen zu temporär höheren Grundwasserständen. Insgesamt war damit jedenfalls die langfristige Wasserversorgung der Region in Frage gestellt.
Lösung Marchfeldkanalsystem
Die Anlagen des Marchfeldkanalsystems ermöglichen eine nachhaltige quantitative Sicherung des Grundwasservorkommens im Marchfeld durch Zufuhr von Donauwasser. Mit dem Instrument der Grundwasseranreicherung ist die erforderliche Flexibilität gegeben, den Ausgleich von Grundwasserdefiziten gezielt in Bedarfsphasen vorzunehmen und so die natürlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
Monatsmittel der Grundwasserstände Deutsch-Wagram seit 1940